E-Mail ist nicht nur fürs Promoten.
Sie ist ein zentraler Teil der Experience.
Ein guter Flow hilft dem Nutzer, auf Kurs zu bleiben. Ein schlechter drängt ihn weg.
Was ein E-Mail-Flow ist
Eine Sequenz automatisierter E-Mails, die basierend auf den Aktionen des Nutzers rausgehen — nicht nach deinem Zeitplan, sondern nach seinem Fortschritt.
Grund-Flow für einen Online-Kurs
1. Welcome-E-Mail (direkt nach dem Kauf)
- Bestätigt den Kauf
- Liefert den Link zur ersten Lektion
- Setzt Erwartungen
Beispielinhalt:
Hey! Danke, dass du das [Name]-Programm geholt hast. Dein Zugang ist bereit. Hier ist der erste Schritt: [Link]. Dauert 10 Minuten. Starte, wann du willst.
2. Start-Reminder (Tag 1)
Falls der Nutzer die erste Lektion nicht geöffnet hat:
Erinnerung: Deine erste Lektion wartet. [Link]. Wenn du Hilfe brauchst, antworte einfach auf diese E-Mail.
3. Progress Guide (Tag 3–5)
- Wo du gerade stehst
- Was der nächste Schritt ist
- Antworten auf typische Fragen
4. Community Invitation (Tag 7)
- Einladung in die geschlossene Community
- Was dich dort erwartet
- Wie du deine erste Frage stellst
5. Midpoint Check (zur Halbzeit)
Halbzeit — gut gemacht. Hier ist, was jetzt kommt.
6. Completion (am Ende)
- Glückwünsche
- Was als Nächstes zu tun ist
- Einladung zum nächsten Produkt
7. Reactivation (bei 14+ Tagen Inaktivität)
- Wo du stehen geblieben bist
- Ein winziger Einstieg zurück
- Persönlicher Ton ("ich vermisse dich")
Regeln eines guten E-Mail-Flows
1. Eine Aktion pro E-Mail
Nicht 5 Links, nicht 10 Optionen. Eine Sache: "Mach das."
2. Kurz
Die meisten E-Mails sollten unter 150 Wörtern bleiben. Lange E-Mails werden nicht gelesen.
3. Persönlicher Ton
"Hallo Anna" statt "Sehr geehrter Nutzer". Merge-Tags für Namen, Kursnamen, Status.
4. Timing
Nicht früh morgens oder spät abends senden. 10:00–14:00 lokal ist das beste Fenster für Öffnungen.
5. Klare Betreffzeile
"Deine erste Lektion wartet" > "Wichtige Information zu deinem Programm"
Segmentierung
Schick nicht allen dasselbe. Segmentiere nach:
- Fortschrittsstatus (gestartet / Halbzeit / fertig)
- Kurs, in dem sie sind
- Kaufdatum (neu vs Bestandskunde)
- Community-Aktivität (aktiv vs inaktiv)
Eine E-Mail an jemanden an Tag 20 ist etwas anderes als an jemanden an Tag 2.
Was du misst
- Open Rate: 20–40 % ist gut, über 40 % ausgezeichnet
- Click Rate: 3–10 % ist gut
- Completion Rate des Kurses: wie viele der E-Mail-Empfänger tatsächlich die Schritte gehen
Häufige Fragen
Brauche ich ein separates E-Mail-Tool (Mailchimp, MailerLite)?
Nicht, wenn deine Kursplattform bereits ein E-Mail-Modul hat. Vorteil: Das System kennt den Nutzer (welcher Kurs, wo er steht). Externe E-Mail-Tools wissen das ohne zusätzliche Integration nicht.
Wie lang soll der gesamte Flow sein?
Für einen 28-Tage-Kurs: 7–10 E-Mails. Für ein längeres Programm: 15–20. Zu wenig ist unsichtbar, zu viel ist Spam.
Sollte ich "Marketing"-E-Mails während des Onboardings schicken?
Nicht in den ersten 7 Tagen. Der Nutzer ist im Lernmodus. Verkauf des nächsten Produkts kommt, nachdem er den ersten Wert gesehen hat.
Wie vermeide ich Spam-Filter?
- Nutze eine saubere Sending-Domain (nicht Gmail)
- Setze SPF, DKIM, DMARC
- Vermeide Betreffzeilen, die nach Verkauf klingen ("LETZTE CHANCE!!!")
- Mach Abmelden einfach
Was, wenn sich jemand abmeldet?
Normal. 0,3–0,5 % Abmeldungen pro E-Mail sind Durchschnitt. Über 1 % heißt, der Inhalt passt nicht oder du schickst zu oft.